HIRZEN PAVILLON
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Gartenlandschaft

Die tief greifende Strukturänderung, welche die Parkanlage durch die architektonische Bereicherung erfährt, stellt in der ereignisreichen Geschichte des Gartens kein Novum dar. Insbesondere machte die Koexistenz von barocken Elementen sowie von idealisierten naturnahen Elementen aus dem Gestaltungsrepertoire des Englischen Landschaftsgartens deutlich, dass der Park immer wieder dem jeweiligen Zeitgeist entsprechende massive Wandlungen erfahren hat.

 

Deshalb muss es sowohl für den Gestalter als auch den Betrachter ein primäres Anliegen sein, dem Bestehenden mit Respekt aber auch Mut zu begegnen. Die Zielvorgabe für den jüngsten Eingriff in die Parksubstanz ist darauf ausgerichtet, dem vorhandenen Spannungsfeld zwischen Ursprünglichem/Gewachsenem einerseits und Neuzeitlichem/Künftigen andererseits Rechnung zu tragen. Es wird bewusst vermieden, mittels reiner Rekonstruktions- und Sanierungsmassnahmen die Uhr anzuhalten oder sogar zurückzudrehen. Die Grosszügigkeit des Ortes sollte bewahrt und der spannende Dialog der alten und neuen baulichen Elemente in der Parkanlage fortgesetzt werden. Dabei wird dem voluminösen alten Baumbestand und dem Wechselspiel von Licht und Schatten grösste Beachtung geschenkt.

Um die räumliche Situation im Gleichgewicht zu halten sowie die neuzeitlichen und historischen Gartenelemente miteinander zu verschmelzen, wurden als grossräumig angelegte Massnahmen neue Sichtachsen und Blickwinkel ins Gestaltungskonzept aufgenommen. Ein besonderes Augenmerk galt der Beziehung zwischen Innen- und Aussenraum. Es seien beispielsweise die in der Peripherie des Pavillons gepflanzten Zierkirschen- und Zierapfelbäume erwähnt, die eine wohltuende Ergänzung zu den Weiten der offenen Felder bilden.

 

Die baulichen Gartenelemente des Südteils sind dem Gestaltungskonzept des Pavillons entsprechend von moderner Gestalt und aus neuzeitlichen Materialien geschaffen. Die Umgebung der Villa sowie der Nordteil des Parks hingegen, lehnen sich grundsätzlich an das Bestandene an. Dennoch erhalten auch diese Bereiche mit dem grosszügigen Vorplatz und der neuen Zufahrt zur Villa, der Parkerweiterung in nördliche Richtung, dem Bachlauf mit seinem imposanten Quellstein sowie diversen zusätzlichen Staudenrabatten ein neues Gesicht. Auffällige Rosenrondelle, Zierstaudenrabatten und diverse exotische Topfpflanzen setzen bewusste Akzente in unmittelbarer Nähe zur Villa und erinnern an die feudale Parkkultur vor hundert Jahren.

 

Die Gesamtanlage strahlt Ästhetik, Ruhe und Lebenslust aus und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zum Wohlbefinden der Bewohner und Besucher. Bei aller Bedeutung und Qualität der Eingriffe sei festgehalten, dass damit lediglich eine weitere Seite in den Memoiren des Parks geschrieben wurde.

 

Schönholzer + Stauffer GmbH, Riehen